Freitag, 19. September 2003, |
AutorenlesungERICH LOEST25 Jahre »Es geht seinen Gang«Wolfgang Wülff, 26, Ingenieur, Ehemann, Vater, Schrank-wand- und Trabantbesitzer wie tausend andere, erzählt seine Geschichte. Fernstudium, Schwimmkursus für ältere Säuglinge, diese Frau, jene Frau, ein VP-Hund, ein NVA-Offizier, Ehrgeiz und kein Ehrgeiz, Freude an und Ärger mit der Arbeit, Beleidigung, ein Prozeß, die Sorgen eines blinden Freundes, hundert Brocken und Bröckchen dazu - es ist, wie es an einer Stelle heißt, »eine Geschichte, wie sie an jeder Straßenecke vorkommt und einen Menschen kaputt machen kann.«"Es geht seinen Gang" hieß das Buch, mit dem Erich Loest vor 25 Jahren
die DDR ins Herz traf: Weil es das Leben des Sozialismus so realistisch
schilderte - und gerade deshalb das Gegenteil des verordneten
"Sozialistischen Realismus" war. Ende und Wende der DDR haben daraus ein
Dokument der Zeitgeschichte gemacht - zum Lachen und Weinen wie Falladas
"Kleiner Mann - was nun?", mit dem es schon beim Erscheinen verglichen
wurde. (Hannes Schwenger)
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